Der Weg des Reiterbogens

Auf der Wettkampfbahn

Bogenschiessen vom Pferd ist ein Kampfsport und eine Kampfkunst. Das Wort „Kampf“ erinnert an die Herkunft der Kunst, die Hunderte Jahre lang eine sehr erfolgreiche Kriegskunst der Reitervölker der asiatischen Steppen darstellte. Um so erfolgreich zu sein, trainierten die Steppenreiter von frühester Kindheit und ihr Leben lang den Umgang mit dem Bogen. Das Pferd war ihr Gefährte und ständiger Begleiter, dem sie jederzeit ihr Leben anvertrauen konnten und das von Kindesbeinen an mit ihnen zusammen war.

Das äußere, sportliche Ziel des modernen Bogenschiessens vom Pferd ist es, in vollem Galopp möglichst viele Pfeile auf die Scheiben zu bringen, mit Schüssen nach vorne über den Pferdekopf, zur Seite und nach hinten, mit dem „Partherschuss“. Das innere Ziel, das diesem äußerem unsichtbar gegenübersteht, ist das Erreichen der vollständigen Harmonie mit dem Pferd und seiner Bewegung und der inneren Ruhe, die die äußere Schnelligkeit im Schiessen und Treffen ermöglichen.

Der Impuls zur Bildung der Kampfkunstschule ging von Ungarn aus. In den letzten Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts begann der Bogenbauer Lajos Kassai damit, die lange verlorene Kunst seiner Vorfahren, der Hunnen und Magyaren, wiederzuentdecken und in die Moderne zu bringen.

Heute wird der Sport weltweit ausgeübt. Die Kassai-Schule hält die Kampfkunst am Leben.